Samstag, 26. Juli 2014

Valencia - Barcelona - ein bisschen Frankreich und ein Ausflug in die Schweiz

Bevor wir euch wieder mit Geschichten aus Südamerika berichten, wollen wir euch noch von unserem kurzen Ausflug nach Spanien erzählen. Grund der Reise war das Erlernen und Festigen unserer Spanischkenntnisse.  Nach einigem Suchen haben wir uns für eine Schule in Valencia entschieden, die uns in 4 Wochen so viel wie möglich beibringen sollte.

Bevor es aber soweit war, mussten die knapp 2.400 km Hinfahrt bewältigt werden. Da wir unbedingt die Räder mitnehmen wollten und Zeit ja nicht wirklich die Rolle spielt, musste unser Schrotti herhalten um uns und den ganzen Krempel gen Süden zu kutschieren. 

Auf ging's von Görlitz nach Grimma und von da aus bis kurz vor die französische Grenze. Alles wenig spektakulär über die Autobahn. Hier haben wir unser Zelt aufgebaut und die erste Nacht gefroren - wir hatten die falschen Schlafsäcke mitgenommen und die doch sehr kalten Nächte unterschätzt. 



Am nächsten morgen ging es dann über die Grenze nach Frankreich und hier war dann Schluss mit Autobahnfahrerei. Ab hier ließen wir uns treiben. Es ging über kleine bis klitzekleine Landstraßen kreuz und quer durchs Land. Einzig die grobe Richtung gab uns unser GPS vor. 

Nacht N°2 wurde es auch noch mal frisch, diesmal auf einem klitzekleinen, leeren Campingplatz am See. Weiter ging es dann Richtung Mittelmeer, wo es dann zusehends wärmer wurde und wir uns auch auf eine angenehme Nacht im Zelt freuen durften. Ca. 30m vom Stand entfernt haben wir unser drittes Nachtlager aufgebaut und am Abend auch mal einen Spaziergang unternommen. 

Die vierte Nacht haben wir dann schon auf spanischem Boden verbracht. Einige Kilometer hinter Loret de Mar gab es einen netten Platz am Berg mit Blick aufs Meer. Zuvor durften wir jedoch noch die nette Bekanntschaft mit der einheimischen Polizei machen. Das Wenden auf der 4 spurigen Straße mit doppeltem Sperrstreifen finden auch die Spanier zu viel des Guten. Somit wurden einige Euros Strafe fällig und nach einer gefühlten Stunde Bürokratie ging es endlich weiter. Nach dem Zeltaufbau wurde auch mal der Grill aktiviert und ein leckeres, riesiges Rumpsteak angeröstet. 

Ab jetzt waren es nur noch knapp 300 km bis nach Valencia, unser Schrotti hat bis dahin gut pariert und wir waren guter Dinge die letzten wenigen Kilometer ohne Probleme bewältigen zu können. Aber zu früh gefreut. Auf den letzten 200 km wurde es plötzlich furchtbar im Auto. Ein Stop auf dem Rastplatz bestätigte einen platten Reifen. Also hieß es Kofferraum ausräumen, Ersatzrad rausfummeln und Rad wechseln. In 20 min war auch das geschafft und es ging weiter nach Valencia. Gegen 17 Uhr standen wir vor unserem Haus, pünktlich wie vereinbart. Uns wurde Eintritt gewährt, die Wohnung gezeigt und auch unser Zimmer. 

Und schon machte sich Ernüchterung breit. Die Bude war ein Saustall. Die Küche kaum zu benutzen und das Bad hatte seine beste Zeit vermutlich vor 50 Jahren gehabt. Naja egal. Erstmal auspacken ankommen und Gedanken sortieren. 

An unserem ersten Schultag am Ostermontag war Feiertag und somit wurde von der Schule ein Ersatzprogramm organisiert. Es ging zu einer Stadtführung mit dem anschließenden Besuch in einer Bar um Horchata zu probieren, dem Getränk der Valencianer. Es wird aus Chufa und Milch hergestellt und kalt getrunken und es ist fürchterlich süß.

Ab Dienstag ging es dann zur Schule. Die ersten beiden Wochen mit 4, die letzten beiden mit 6 Unterrichtsstunden. Die Klassenstärke variierte von Woche zu Woche. Einzig die Präsenz von deutschen war immer konstant, zum Schluss waren wir "die deutsche Klasse". 





Spannend waren unsere Wochenendaktivitäten. An WE N°1 sind wir nach der Schule mit dem Zug nach Barcelona gefahren. In Barcelona sind wir in einem kleinen Hostal abgestiegen, unweit der City und dem Bahnhof. Somit war alles fußläufig zu erreichen. Zu Barcelona muss man nicht viel sagen, außer, dass man es mal gesehen haben sollte. Die Stadt ist traumhaft schön, die Menschen freundlich und offen und das Wetter war bestens damit wir gut gelaunt durch die Straßen schlendern konnten. Ein paar Bilder haben wir auch geschossen, darauf sieht man ganz gut wie schön die Stadt ist. Wenn 2026 die Sagrada Familia fertig ist, fahren wir wieder hin :-)




Das Zweite Wochenende haben wir in Valencia verbracht. Samstags ging es auf Radtour nach xxx und Sonntag stand nach einem Spaziergang durch den Jardin de Turia, der sich direkt vor unserer Wohnungstür befand und die Besichtigung des Ciudad des Ciencas y Artes auf dem Programm. Ein futuristischer Bau im Jardin de Turia mit riesenhaftem Rundkino und Oceanografico. Das Rundkino haben wir uns noch am Sonntag gegönnt und einen 3D Film über die Oceane der Welt gesehen wo einem neben der unfassbaren Schönheit auch mal die Schäden, die der Mensch anrichtet, vor Augen gehalten werden. Leider interessiert das keine Industrie und auch nicht die großen Mächte dieser Welt, vermutlich auch nicht die meisten Menschen.

Das Oceanografico haben wir uns dann am Montag nach der Schule angeschaut. Sehr beeindruckend! Am besten sind die riesigen Glastunnel in denen die Haie, Mantas und sonstigen Fische um und über einem herumschwimmen. Die Delfinshow ist auch ganz nett, aber das dressieren von Delfinen sollte mE verboten werden. 

Am dritten Wochenende hat es uns nach Formentera verschlagen. Mit dem Auto ging es Freitag gemütlich nach Dénia, wo Samstagmorgen die Fähre nach Formentera losfuhr. Die Anfahrt nach Dénia war wieder sehr entspannt über Land in knapp unter 3 Stunden abgehakt. Dort wurde erst mal gebummelt und am Abend etwas Geld unters Volk gebracht. Unter anderem wurde in einer gut sortierten Bodega lecker Vino gekauft und das eine oder andere verkostet. Am Strand gab es einen süffigen Sangria und ums Eck fangfrischen Fisch zum Abendessen. Unterm Strich gab es in den 6 Wochen bis auf das gegrillte Rumpsteak nur Fisch und Meeresfrüchte. 




Samstag früh hat dann unsere Fähre nach Formentera abgelegt und 2 1/2 Stunden später waren wir auch schon da. Kurz einen Überblick über die Insel verschaffen und dann ging es auch schon los. Das Auto blieb auf dem Festland, dafür durften die Räder mit. Gut 100km sind wir über das kleine Inselchen gefahren und haben dabei nichts ausgelassen. Einmal Nord-Süd und einmal Ost-West und etwas Zickzack zwischendurch. Übernachtet haben wir selbstverständlich nur einen Steinwurf weit vom Strand entfernt, am Busen des Meeres :-) Zurück ging es Sonntag gegen 21 Uhr, Ankunft in Valencia: 2:00 Uhr mit Parkplatz direkt vor dem Haus, was fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. 



Am Wochenende drauf ging es dann auch schon wieder Richtung Alemaña. Ein kurzer Stop an Meer, ein Zeltstop kurz vor Lyon und dann waren wir auch schon in der Schweiz. Dort haben wir bei Karinas Cousine und Familie einen Stop eingelegt, bevor es tagsdrauf weiter zu den Kollegen  Inge und Gunter nach Altensteig ging. Dort haben wir auch eine Nacht die Gastfreundschaft genossen. Tagsdrauf ging es nach Westerheim zum Chef ins Büro und von da aus weiter kurz vor München, wo wir einen letzten Zeltaufenthalt hatten. Von da aus ging es früh weiter Richtung Rosenheim, zu einer Ausstellung über die Inkas und im Anschluss schnurstracks nach Grimma. Für mich ging es dann einen Tag später Richtung Görlitz, was wir mal als Anfangs- und Endpunkt der Reise setzen wollen. 

Insgesamt sind wir 5.398km gefahren, haben 82 Stunden und 15 Minuten in der Kiste gesessen und haben 385,4 Liter Benzin durch die Leitung in den Verbrennungsraum gespült. Schrotti hat die Reise gut überstanden, aber dennoch musste er danach weg. 

Die nächste Reise führte uns nun wieder nach Südamerika - aber dazu später mehr! 

Und jetzt noch der Link zum Fotoalbum:



Falls das nicht funktioniert, dann klickt hier: https://www.dropbox.com/sh/rsb7oj0vm4x1ifm/AABNskYA7O110kxR9XefW91qa



Montag, 5. Mai 2014

Lappland

Hallo liebe Reisefreunde

Es ist zwar schon wieder eine Ewigkeit her und der Sommer steht bereits vor der Tür, dennoch wollen wir euch unsere Eindrücke von Lappland nicht vorenthalten.
Am 25.1. ging es vom Berlin Tegel mit dem Flieger zunächst nach Helsinki, wo ein Anschlussflug uns weiter nach Kittilä bringen sollte. Als wir ankamen, empfang uns Lappland nach bester Manier. Die Sonne hatte sich hinterm Horizont verkrümelt, Schnee gab es in rauen Mengen und das Thermometer zeigte eine Temperatur von um die minus 20 Grad an. Also fix die Thermounterwäsche zurechtgezupft, die Mütze über die Ohren gestülpt und in die Daunenjacke geschlüpft. Vor dem Flugplatz stand bereits der gut geheizte Reisebus, der uns in unser Domizil in Jeris bringen sollte. Die Fahrt mit knapp 45 min Dauer führte uns durch verschneite Wälder über weiße Straßen.

Im Hotel wurde erstmal das organisatorische erledigt. Was soviel heißt wie einkleiden in der Kleiderkammer. Abgeholt wurden ein Paar fette Filzstiefel, ein robuster Thermooverall, Handschuhe und was man noch so wollte und brauchte, um sich vor den eisigen Temperaturen und Hundepuh zu schützen. Was es mit dem Hundepuh auf sich hat, dazu kommen wir später. Nach der Klamottenorgie gings gleich weiter zum Buffet und danach in die gut geheizte Blockhütte.
Dort wurde mit einem leckeren Tropfen aus dem duty Free auf die bevorstehenden Tage angestoßen, bevor es in die Falle ging.
Der nächste Tag war erstmal ohne Programm für uns. Zeit um die Gegend auf eigene Faust zu erkunden und sich einen Überblick zu verschaffen. Markierte Wege führten uns über den zugefrorenen See vor unserer Haustür zum gegenüberliegenden Wald. Von da aus weiter in den Wald hinein, rechts und links gesäumt von urigen Blockhütten. Sich einen eigenen Weg zurück zum Hotel zu schlagen, scheiterte an der 60-80cm tiefen Schneedecke, mangelnder Ausrüstung und der Angst doch beim auf den See gehen, einzubrechen.
Es folgte das all Abendliche Ritual, welches uns eine Woche erhalten blieb. Kamin anfeuern, 2-3-4 Saunagänge in der eigenen Sauna in unserer Hütte und ein Gläschen Feuerwasser, danach ins Restaurant schlendern, die Köstlichkeiten der finnischen Küche munden lassen und wieder zurück in die Hütte vor den Kamin und dem Feuerwasser.

Viel mehr und anders werden es die Finnen auch nicht machen. Oberhalb des Polarkreises verabschiedet sich die Sonne kurz nach halb 3 und lässt sich am kommenden Tag nicht viel vor 10 Uhr wieder blicken.
Tag 2 begann mit einer kleinen Runde auf Langlaufski. Es ging recht entspannt durch den schneebedeckten Forst. Kai unser bärtiger Führer für die kommenden Tage zeigte uns wie die Bretter an den Füßen und die Stöcke in unseren Händen zu bedienen sind und los ging's. Nebenbei gab es noch etwas Natur- und Kulturkundeunterricht. Zurück im Hotel, und ohne Verluste oder Knochenbrüche, gab es eine Stärkung für Runde zwei. Jetzt mit Schneeschuhen an den Füßen. Beim Picknick zwischendurch wurden wir in die Geheimnisse des Feuermachens eingewiesen. Nur mit etwas Birkenholz, einem Streichholz und einem schönen, handgeschmiedeten und riesigem finnischem Messer. Ein tolles Männerspielzeug, welches jetzt auch in unserem Besitz ist ;-).
An Tag 3 stand Schneemobil fahren auf dem Plan. Im Zweierpack ging es 20 km über zugefrorene Seen und durch Wälder mit bis zu 80 Sachen. Unterwegs wurde wieder ein Lagerfeuer entzündet und Picknick gemacht. Auf dem Rückweg stand Eisangeln auf der ToDo Liste. Mit einem geeigneten Bohrer wurde flux ein Loch in die Eisdecke gebohrt und eine klitzekleine Angel in Wasser gehalten. 50 Löcher und kalte Füße später, wurde die Aktion mangels Erfolg beendet und der Rückweg zum Hotel eingeschlagen. lustig was es dennoch allemal.

Tag 4 = kein Programm. Karina ist zusammen mit Thomas & Christine nach Levi, dem grössten und bekanntesten Skigebiet Finnlands, gefahren, um dem Shoppingwahn zu verfallen und ich hab mir nochmal eine Schneemobiltour (50km) gegönnt. Diesmal ohne Sozius, was für 100 km/h Topspeed sorgt. Als Highlight wurde ein schneebedeckter, zugefrorener See überfahren und mittels Driften und Kreisedrehen umgestaltet. Schade, dass ich da keine Action-Kamera dabei hatte.
Der 5. Tag war auch wieder Actiongeladen. Diesmal ging es mit einem Huskygespann auf Tour. Als wir im Basislager ankamen, empfingen uns 70-80 Huskys mit einem andauernden Gebelle. Die recht zierlichen Vierbeiner warteten nur noch darauf loszuflitzen und unsere Schlitten über den Schnee zu ziehen. Sobald das Gespann in Fahrt ist, sind die Huskys ruhig. Sobald der Tross zum stehen kommt, geht das Gebelle wieder los. Bereits auf dem ersten Metern wird jedem klar, warum man für diese Aktivität unbedingt die eigenen Klamotten im Schrank lassen und besser die Sachen vom Hotel nehmen sollte. Die Huskys scheißen in einer Tour. Die Piloten im ersten Gespann haben es noch gut. Die haben nur 6-7 Hunde vor sich, deren Exkremente ihnen um die Ohren fliegen, bzw. in die Nase steigen. Die Führer im letzten Gespann, haben da einfach mal Pech, den die riechen den Ausstoß aller Vierbeiner vor ihnen. Alles in allem, ist die Huskysafari jedem nur ans Herz zu legen. Die Hunde sind sehr gesellig und lieb und die Fahrt ist weder zu schnell, noch zu langsam, so dass man genug Zeit zum Umsehen hat und dennoch keine Langeweile aufkommt.

Und damit kommen wir auch schon zum letzten Tag in Lappland. Es stand die Rentiersafari auf dem Plan. Um es kurz zu machen, es war gut das mal gemacht zu haben, aber ein zweites Mal muss es dann doch nicht sein. Es ging mit einem Rentier und einem Schlitten für zwei auf eine 3km Runde. hört sich nicht weit an, aber da das Tempo sehr, sehr, sehr gemäääächlich war, waren die 3km mehr als ausreichend. Richtig Spaß kam auf, als es einen kleinen Hang hinunterging und die Rentiere richtig Gas geben konnten. Auch wenn Rentiergespanne durchaus richtig schnell sein können finden wir weniger Gefallen an den Tieren als zum Bespiel an der Arbeit/Fahrt mit den Huskys. Rentiere sind nur mit einer sehr unterdurchschnittlichen Intelligenz ausgestattet worden und machen eigentlich das was sie wollen. Die tiefen schauen zudem auch noch ziemlich dumm aus der Wäsche. Dafür schmecken sie ganz ordentlich.

Samstag ging's dann auf dem selben Weg zurück in die Heimat, auf dem wir angekommen sind.
Unser Fazit der Woche in Lappland: Unbedingt weiter zu empfehlen! Und vielleicht auch zu wiederholen, dann aber im Sommer. Vielleicht aber auch noch mal im Winter mit einer Mehrtagestour mit den Huskys.
Danke an Christine und Thomas, die uns die Reise ermöglicht haben.
Bis bald
Karina y René

Und hier gib's dann noch ein paar Bilder
https://picasaweb.google.com/113564933017805580326/Lappland?authkey=Gv1sRgCJ3yjr77t_C_Rg


Sonntag, 8. Dezember 2013

Die letzten Bilder für 2013

¡Hola señoritas y señores!

 

Was wir in den letzten Tagen auf dem fremden Kontinent getrieben haben, konntet ihr ja schon lesen - aber Bilder gab es noch keine zu sehen. Da wir beide besonders die Überfahrt von Peru über Bolivien bis nach Chile landschaftlich unheimlich faszinierend halten, wollen wir unsere Eindrücke euch natürlich nicht vorenthalten.

 

Euch viel Spaß beim Stöbern und bis bald...

 

Karina y René

 

https://www.icloud.com/iphoto/projects/#2;CAEQARoQIDZg5gBqr4b4owvLhxXN6Q;7C93F02B-4398-4931-A888-E782CC9F6E95