Mittwoch, 13. Januar 2016

Deutschlandurlaub und Lissabon

Zwei Monate Deutschlandurlaub sind schnell vorbei. Vorrangig haben wir die Zeit mit Familie und Freunden verbracht und uns auch etwas Abstand voneinander gegönnt. Drei Monate rund um die Uhr aufeinander hängen und dann noch unter diesen widrigen Umständen - da braucht es auch etwas Zeit für einen allein. 



Einige Wochen haben wir in Görlitz verbracht, nicht zuletzt um ein paar anstehende Arztbesuche zu erledigen, man ist schließlich keine zwanzig mehr und die ersten Wartungsarbeiten stehen auf dem Plan. 



Da die andere Hälfte der Familie in Grimma wohnt und auch der andere Teil der Freunde, waren wir natürlich auch dort eine Zeit lang. Zwischendurch haben wir auch einen Stop in Dresden gemacht um dort bei Morgenpostmarathon die halbe Distanz mit zu laufen. 



Natürlich haben wir auch etwas herumfotografiert und ein paar Selfies mit unseren Lieben geknipst und etwas die Fotoausrüstung für die kommende Südamerikasaison umgestellt. Verkauft wurde das Weitwinkel-und das Standardzoom, hinzu kamen eine 21mm Festbrennweite und ein Fisheye. 

Hier jetzt erstmal die Deutschlandbilder bevor es mit Lissabon weitergeht:


Kurz vor Abflug nach Südamerika haben wir noch einen kleinen Städtetrip nach Lissabon unternommen. Vier Tage durch die Stadt bummeln, lecker Essen und Wein trinken und Abspannen war angesagt. 



Unser Appartement mitten in der Altstadt war traumhaft und das Wetter hat auch mitgespielt. Lissabon ist eine klare Empfehlung für all diejenigen, die mal gepflegt abschalten wollen. Portugiesisch muss man auch nicht können - die Stadt spricht englisch. 

Hier gibt es noch paar Bilder aus Lissabon:



Montag, 11. Januar 2016

Schlammassel und Werkstattmarathon

Fast ein halbes Jahr ist es her, als wir das letzte Mal haben von uns hören lassen. Nicht ohne Grund. Nach unserer Peru Rundreise ging es etwas drunter und drüber und als wir uns langsam wieder sortiert hatten, ging auch schon wieder nach Hause zu Familie, Freunden und damit einhergehendem „Freizeitstress“ ;-)

Jetzt haben sich die Wogen wieder geglättet, wir sind in der Pause am Ende der Welt und haben Zeit und Laune unseren kleinen Blog mit Leben zu füllen.

Wie oben schon angedeutet, war das letzte Drittel der Sommersaison ein Desaster. Nachdem wir unsere Crew nach Deutschland entlassen haben, sind wir auf unseren Pausenplatz nach Iquique gefahren um etwas abzuhängen, bevor auf den Weg zur zweiten Erkundungstour unserer Februar Reise 2016 gehen sollte. Auf dem Campingplatz haben wir uns wenig Willkommen gefühlt und beschlossen nur eine Nacht zu bleiben um direkt nach Santiago zu fahren. Leider eine folgenschwere Fehlentscheidung. Wir haben uns am nächsten Tag auf den Weg nach Süden gemacht und uns für die Küstenstraße entlang den Pazifik entschieden, statt die langweilige Schnellstraße durch die Wüste zu nehmen. Die zweite Fehlentscheidung. 

Nach einem kleinen Einkaufsbummel am Nachmittag haben wir die Überfahrt angetreten und sind erst einmal bis Tocopilla gefahren, dort haben wir den Tank aufgefüllt und darüber nachgedacht dort zu übernachten. Das nicht zu machen war vermutlich die einzige richtige Entscheidung der folgenden Tage. In den kommenden 12 Stunden sollte es soviel regnen, wie seit ca. 100 Jahren nicht mehr. Die trocknen Böden in der Küstenregion, in der es nie regnet, konnte die sinnflutartigen Regenmassen nicht aufnehmen, was dazu führte, dass die Wasser- und Schlammmassen die Hänge herunterschoss und Tocopilla zu großen Teilen überschwemmt wurde. 



Wir haben auf einem Parkplatz der Ruina Gatico, einer früher mal zu Bolivien gehörenden Mine, übernachtet. Von den Regenfällen in der Nacht haben wir nur wenig mitbekommen und auch keinen Gedanken daran verschwendet, dass diese abnormal seinen oder sogar zur Bedrohung werden könnten. Kurz vor Sonnenaufgang haben wir ein paar Meter weiter Richtung Straße umgeparkt - da es ja Nachts Stockdunkel ist war auch nicht auszumachen was sich da in den kommenden Stunden noch zusammenbrauen sollte. 

Am Morgen ging es dann weiter entlang der Küstenstraße. Die Fahrt endete aber nach 1.500 Metern. Das kleine Rinnsal was wir durchfahren haben führte Steine rund wie Murmeln mit sich, so dass die Räder von einem Moment auf den anderen die Traktion verloren und es keinen Millimeter mehr vorwärts ging. Hilfe kam nicht - später wussten wir auch warum nicht. In den kommenden 90 bis 120 Minuten kamen Unmassen Schlamm den Hang neben uns heruntergelaufen und haben sich ca. 1 Meter hoch vor, hinter und unter unserem Cruzero aufgetürmt. Wir haben noch eine ganze Weile im Auto ausgeharrt, aber als es uns zu unbehaglich wurde haben wir uns durch die Schlammmassen hindurch in Sicherheit gebracht. 

Im Verlauf des Tages schwächte der Regen ab und wir sind den Weg zurück nach Gatico gelaufen um zu schauen, was dort passiert ist und da man auch von da aus einen guten Blick auf den Streckenverlauf hat, dachten wir, dass wir dort auch sehen könnten, ob Hilfe naht. Die Strecke nach Gatico war frei, aber ab dort weiter nach Norden sah man schon, dass die Straße über viele Kilometer hinweg überschwemmt wurde. Als wir wieder zurück in der Nähe unseres Autos waren sah man auch, dass die Straße vor uns über mehrere Hundert Meter hinweg von Schlammmassen überdeckt waren. 



Die erste Nacht unter freien Himmel war unbehaglich, da wir keine Vorstellung hatten was noch alles in den zurückliegenden Stunden passiert war und was ggf. in der Nacht noch alles passieren könnte. Kurz vor Sonnenaufgang sahen wir Taschenlampenlicht durch die Nacht blitzen und eine Stunde später standen junge Feuerwehrleute vor uns, die sich durch den Schlamm einen Weg bahnten um nach Verschütteten Ausschau zu halten. Sie beruhigten uns, dass es definitiv nicht weiterregnet und Hilfe in Form von Radladern und Baggern im Anmarsch ist.

Die kam tatsächlich 3 Stunden später, fing an unseren Cruzero frei zu legen, hörten allerdings wenig später auf, da man parallel zu der Originalstraße eine stillgelegte alte Straße fand, die schneller zu beräumen war um weiter nördlich an die verschütteten Caletas und Städte heran zu kommen. Soweit, so gut. Man versicherte in ein bis zwei Stunden zurück zu sein. Auf Nachfrage ob denn zwei Chilenische Stunden gemeint wären, war klar dass es wohl 12 Stunden dauern könnte. Soweit auch noch ok. Leider stellte sich später heraus, dass keiner der 3 Radlader und 2 Bagger zurückkommen sollten, weder in 2, noch in 12 noch in 48 Stunden. Nach Sonnenuntergang vor der dritten Nacht kamen drei Trucks vorbei, hielten an und überlegten, wie man den Actros aus dem Schlamm ziehen könnte. Schnell war klar - das ist unmöglich. Die Jungs überließen uns Decken, Kekse und Wasser und fuhren weiter. 

Am Morgen danach standen die Drei vor uns und sagten, dass Sie Hilfe aus Mejillones organisiert haben, es aber etwas dauern könnte. Man hatte in der Nacht noch etwas Alarm beim Deutschen Konsul in Santiago geschlagen und die Presse über den Zustand informiert, welche dann auch auftauchte und die folgenden Stunden der Rettungsaktion filmte und im im chilenischen TV ausgestrahlt hat. 

Bis 22 Uhr wurden mehrere Hundert Tonnen Schlamm vor, hinter und unter unserem Cruzero weggebaggert und weggeschoben, so gut es auch ging. Den Actros zu ziehen war dennoch unmöglich und man entschloss sich ihn an die Schaufel des Radladers zu ketten und heraus zu tragen. Was tatsächlich gelang, trotz voll blockierter Hinterachse und unterfüttert mit Schlamm und Erdmassen.



Am vierten Tag ging es dann nach einem reparierten Kabelbruch und einer überbrückten Lichtmaschine tatsächlich auf eigener Achse in 80km entfernte Mejilones zur ersten Reinigung und zum Tausch der Lichtmaschine. Hier haben wir nach Ankunft in der Werkstatt die erste Einladung zum Grillen bekommen und die Rettung des Dicken zusammen mit der örtlichen Polizei und den Helfern zu Feiern. Die erste Nacht in einem Bett haben wir im Haus des örtlichen Polizeichef verbracht. Das ging soweit, dass der Polizeichef und sein Stellvertreter unbedingt einen 50 Zoll großen Fernseher aus dem Revier in „unser“ Zimmer schleppten, damit wir uns ausreichend über die Ereignisse der letzten Tage informieren konnten. 

Die kommenden Wochen haben wir damit verbracht von einer Werkstatt in die nächste zu fahren, weil ständig irgendetwas am Auto seinen Dienst versagt hat. Alles hat ewig viel Zeit in Anspruch genommen und Unsummen von Geld verschlungen. Aus unserem geplanten entspannten Trip die neue Route zu erkunden wurde ein nerviger Werkstattmarathon. 

Als wir uns einen Teil der neuen Route angeschaut haben, haben wir Stop in dem kleinen Ort Chañaral gemacht, den ein ähnliches bzw. schlimmeres Schicksal wie Tocopilla im März 2015 ereilt hat. Hier haben wir unser Hotel angeschaut, welches 1,70m hoch von vorn bis hinten im Schlamm versunken ist. Ein Bild der örtlichen Tankstelle zeigt wie es hier noch vor einem dreiviertel Jahr ausgesehen hat und die Fotos in der Galerie zeigen wie der Ort noch immer aussieht. Auf dem Weg zum San Francisco Pass kamen wir in Diego del Almagro vorbei, den es ebenfalls weggespült hat. Eisenbahnschienen und LKW’s haben die Erd- und Wassermassen wie Spielzeug bis zur Unkenntlichkeit verformt und Häuser und Straßen begraben oder einfach weggespült.



Es gab natürlich auch erfreuliches auf den letzten 6 Wochen. Zum einen haben wir auf Grund zweier Pannen lange Zeit in La Serena pausieren müssen und dort notgedrungen in einer kleinen Ferienwohnung auf unseren Dicken warten müssen. La Serena liegt am Pazifik und die Wohnung ca. 100m Luftlinie vom Strand entfernt. Gut - baden gehen war nicht drin aber wenigstens am Strand laufen gehen und das gute Wetter genießen. Der Vermieter der Ferienwohnung, Jaime Pizzaro, war ein guter Gesprächspartner und Pisco mochte er auch gern trinken. www.cabanasmaihue.cl

Dann haben wir auch wieder Robert Tauss in Limache besucht. Der Braumeister ist vor einigen Jahren nach Chile ausgewandert und hat sich Limache für seine Brauerei ausgesucht, weil es hier vor vielen Jahren eine riesige Brauerei gab und er hier sein Handwerk ausüben wollte. Wir hatten ihm bereits vor einem Jahr mal einen kurzen Besuch abgestattet und da es uns damals gut dort gefallen hat, das Bier sehr lecker war/ist und das Essen sich auch sehen lassen kann, mussten wir dort noch einmal hin. Robert hatte zufällig Geburtstag und wir haben ein paar lustige Stunden zusammen verbracht. www.cervezatauss.cl



Irgendwie und irgendwann sind wir gut in Arica gestrandet - haben dort noch ein paar Abschlussarbeiten an unserem Begleiter erledigt und sind von da aus nach Hause geflogen. Es gab natürlich auch noch einen Tsunami Alarm in Arica, den wir zwar nicht mitbekommen haben, aber dafür die Entwarnung, welche dennoch für Verwirrung gesorgt hat. Der Tsunami war letztendlich nicht so schlimm, hat aber leider La Serena und noch viel mehr den wenige Kilometer entfernten Ort Coquimbo getroffen. Jaime hat nichts abgekommen, musste „nur“ 3 Tage ohne Strom auskommen. In Coquimbo ist eine 5m hohe Welle eingeschlagen und hat den Küstenstreifen weggefegt. 



Uns wurde in dieser Zeit einmal mehr bewusst gemacht, dass nicht der Mensch die Macht hat die Natur zu verändern, so sehr er sich auch bemüht alles dem Erboden gleich zu machen - es ist die Natur, welche dem Mensch seine Grenzen aufzeigt und ihn in seine Schranken weißt. Leider trifft es dabei oft die kleinen unbedeutenden Leute und nicht die großen Industrien, welche ohne Rücksicht auf Verluste ihr Unwesen treiben.

Hier jetzt noch ein paar Bilder…



Donnerstag, 20. August 2015

4.288km - 3 Wochen - 1.000 Liter Diesel (Chile-Peru-Bolivien-Chile)

Da wir zur Zeit in La Serena festsitzen, weil unser Dicker eine Frischzellenkur in der Werkstatt benötigt, nutzen wir die freien Stunden für einen zeitnahen Bericht über die zurückliegenden Ereignisse der Tour: „Zu den Höhepunkten Perus“.



Am 17.7. stand unser Amigo strahlend weiß am Flughafen in Iquique und hat sich zusammen mit uns auf die Ankunft unserer Gruppe gefreut. Alles lief nach Plan und überpünktlich war das Gepäck verladen, der Pisco zum Anstoßen auf die kommenden drei Wochen eingeschenkt und in Ruhe erklärt was uns in der kommenden Zeit alles erwartet.

Ein Teil der Tour war auch für uns neu oder lag schon lange Zeit zurück, so dass es auch für uns wieder neues zu sehen geben sollte. In Iquique haben wir nur soviel Zeit wie nötig verbracht, da die Stadt nicht unbedingt ein Highlight ist. Es gibt wenige interessante Ecken, die leider von den Chilenen wenig Beachtung und Pflege bekommen. Am nächsten Tag wollten wir um 8 Uhr das Hotel verlassen, wurden aber über Nacht dermaßen bekloppt zugeparkt, dass wir fast 20min brauchten um uns aus der Parklücke zu schieben. Was für ein Spaß. Es ging dann flott nach Humberstone und Santa Laura, zwei ehemalige Salpeterminen, welche zwischen den 20iger und 60iger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts betrieben wurden. Von da aus weiter für eine Nacht nach Arica, der vorerst letzten Nacht in Chile für die kommenden Wochen. In Arica konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Morro aus beobachten. 



Tags drauf stand der Grenzwechsel nach Peru auf dem Programm. Da die Chilenen leider bei ihren Anrainerstaaten eher unbeliebt sind, machen sich alle untereinander das Leben schwer und auch Touris müssen darunter leiden. Man darf nach Chile kein Obst, Gemüse, Fleisch, Käse, und frische Agrarprodukte einführen, und deshalb darf man, wenn man aus Chile in irgendeins der Anrainer einreisen möchte, auch nichts in dieses Land einführen. Wenn man allerdings zum Beispiel von Bolivien nach Peru reist, ist das kein Thema. Was für ein Kindergarten. Wie dem auch sei, die Kontrollen sind wechselseitig extrem scharf und es wird mit Spürhunden ins Auto gegangen um eventuell den letzten „geschmuggelten“ Apfel zu finden. Diesmal ging es recht fix und wir wurden eher oberflächlich kontrolliert. In Tacna, der ersten Stadt hinter der Grenze, haben wir gleich Obst etc. aufgefüllt und den „geschmuggelten“ Käse usw. wieder in den Kühlschrank geräumt. Tagesziel war Moquegua - eine verträumte Stadt mit 50.000 Einwohnern, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.



Von da aus ging es zackig weiter nach Puerto Inka und Nasca. In Nasca konnten die Gäste über die Nasca Linien fliegen und das Ausmaß der Geoglyphen von Oben bestaunen. Ab hier ging es schnell in die Höhe. Die nächsten Tage haben wir uns auf 3.500 bis 4.200 Höhenmetern bewegt und Cusco angesteuert. Die Höhe hat die Crew etwas aus dem Takt gebracht und unseren dicken Amigo leider auch. Jenseits der 3.800m hat die Schaltung keine Lust mehr gehabt und wir mussten mit V-max 45km/h rumzuckeln. Weiter Unten hat sich alles wieder eingerenkt. Leider hat die Höhe der Crew bis zum Ende der Reise, die ja wieder auf Meeresniveau ihr Finale findet, zu schaffen gemacht. 



Nach Cusco stand wieder einmal Machu Picchu auf dem Plan. Wie immer ein Erlebnis - das Wetter hat mitgespielt und wir haben die Besichtigungstour etwas umgestellt. Es ging zuerst auf die Terrassen Richtung Inca Brücke, wo sich in den Vormittagsstunden nur sehr wenig Touristen tummeln und dieser Ort einen guten Blick, wenn auch nicht den typischen Postkartenblick, auf die Festung bietet. Von hier aus kann man gut erklären, alles sehen und es geht einem keiner auf den Keks. Dann sind wir zum Sonnentor, was zwischen 10 und 11 Uhr auch wenig frequentiert wird. Den Blick hatten wir das erste und einzige Mal im Jahr 2011, als wir vom Inca Trail nach Machu Picchu gingen und da war das Wetter mehr als bescheiden und zu sehen gab es nichts. Diesmal war das Wetter spitze und es waren wenig Menschen dort oben. Zum Schluss ging es abwärts ins Getümmel. Gefühlte fünftausend Menschen haben sich in der Anlage versammelt und von Mystik war keine Spur - Disney World lässt grüßen. Gott sei dank haben wir uns entschieden etwas zeitiger mit dem Bus nach unten zu fahren, denn es stand eine Warteschlange von ca. 500m an der Busstation. Es war das erste Mal, dass ich so etwas erlebt habe, sonst wartet man, wenn überhaupt, 2min und los geht es nach unten. Die Peruaner haben prüfen lassen, ob man nicht noch mehr Busse fahren lassen kann, aber es wurde festgestellt, dass die Straße nicht mehr als 22 pendelnde Busse parallel verkraftet. Irgendwann ist eben auch mal Schluss mit Expansion.



Weiter ging es zum Colca Cañon den wir das erste und letzte Mal 2013 gesehen haben. Wie schon damals, haben sich einige Kondore aus nächster Nähe gezeigt, nicht ganz so nah wie beim letzten mal, aber immerhin nah genug um ein paar schöne Bilder schießen zu können. 

Nach Arequipa ging es dann vorbei am rauchenden Vulkan Sabancaya, der zur Zeit nur gelangweilt vor sich hinraucht. Arequipa ist wie Cusco eine der schönsten Städte in Peru. Es gibt viele koloniale gut gepflegte Häuser zu bestaunen, es ist verhältnismäßig sauber und gepflegt und man fühlt sich hier wohl. Wir haben Arequipa das letzte und auch das einzige Mal 2013 besucht und nicht mehr auf dem Schirmgehabt, dass die Stadt so beeindruckend ist. In Cusco haben wir in den vergangenen Jahren zusammengerechnet einige Wochen verbracht, für Arequipa könnten wir uns das auch vorstellen ;-)



Weiter ging es gen Süden nach Puno zum Titicacasee. Neue Straße/Route - bekanntes Endziel. 

Vier Tage vor Ende der Reise ging es noch einmal über die Grenze nach Bolivien über den Grenzübergang von Desaguadero der uns im letzten Jahr auf Grund des Wochenmarktes sehr viel „Freude“ bereitet hatte. Diesmal war kein Markt, aber dafür eine endlose Warteschlange. 2 1/2 Stunden hat die Einreise nach Bolivien gedauert und die Bolivianer haben sich nicht bestechen lassen damit die Prozedur etwas beschleunigt wird.  Kurz vor Toreschluß sind wir dann in Tiwanaku eingetroffen um die letzte Pre-Kolumbianische Ruine dieser Reise anzuschauen. Isabella hat unserer Crew jeden Stein, jede Ecke und alles Mögliche bis aufs letzte erklärt, so dass wirklich keine Frage mehr offen blieb. Im Dunkeln sind wir dann in La Paz eingetrudelt. 



Am nächsten Morgen wollten wir mit einem der ausrangierten Schulbusse in die City fahren, mussten aber auf eins der Collectivos umsteigen, da kein Bus kam. In ein asiatisches Fahrzeug, in der Größe eines VW Bus packen die Bolivianer, dank Sitzbänken à la Holzklasse, ca. 15 Personen rein wenn es sein muss - und es musste auch bei dieser Tour so sein. Die Fahrt dauerte 1 Stunde und es gab viel zu stauen. Der Verkehr in La Paz ist eine Katastrophe und wenn man den Fahrer anzusprechen und abzulenken würde, täte man das Leben der gesamten Fuhre riskieren, da sich der Typ am Lenkrad wirklich mit allen Sinnen (auch dem siebenten) auf den irrwitzigen Verkehrsfluss konzentrieren muss.



Wir haben die Reise unbeschadet überlebt und sind erstmal auf Stadterkundung zu Fuß gegangen um uns später mit der wirklich sehr geilen Teleferico (Stadtseilbahn) nach oben auf 4.000m Höhe nach El Alto fahren zu lassen. Von der Gondel aus hat man einen fantastischen Blick in die Höfe und auf die Häuser die sich den Hang hinauf bzw. hinab schlängeln. Oben angekommen haben wir 2 Taxis gesucht welche uns zu einer anderen Linie bringen sollten die in einen anderen Teil der Stadt hinabführt. Die Taxifahrt war auch ein Knaller. In El Alto war alles verstopft und die Fahrer sind wie wild durch die Straßen geirrt um einen freien Weg zu finden. Da interessiert es auch keinen, dass man mal über kaum zu erklimmende Dreckhaufen fahren muss, wo auch mal der Auspuff halb abreist. Bei uns käme man bei der Fahrweise innerhalb von einer Stunde in die geschlossene Anstalt, weil die einen für einen Selbstmörder oder Attentäter halten würden. Die Fahrt nach unten war dann wieder sehr entspannt und geordnet und interessant für‘s Auge war es auch. Unten angekommen hat uns ein Taxi zurück ins Hotel gebracht. Wir müssen jetzt nicht noch extra erwähnen, dass die Karre für 7 Personen etwas zu klein war!?!?



Am Nächsten Nachmittag ging es mit unserem Casa-Rodante wieder hinauf in den irren Verkehr von El Alto wo es diesmal tatsächlich nur mit massiven Einsatz des Nebelhorns voran ging. Es gab ein paar Festumzüge und Straßensperrungen, so dass die eh schon zu geringen Kapazitäten mit dem Gegenverkehr geteilt werden mussten. Ampeln und Polizisten werden in dieser Situation zu Statisten degradiert und Vorfahrt hat derjenige der den meisten Mumm hat draufzuhalten und/oder das fetteste Nebelhorn an der Karre hat. Den Mumm eine Schramme am Dicken zu riskieren hab ich nicht, aber ein wirklich fettes Nebelhorn haben wir schon - und das muss auch mal zum Einsatz kommen!

Abends in Oruro sah die Verkehrssituation genau so bescheiden aus, wie noch am Mittag in El Alto. In Oruro war Wochenmarkt und unsere Einfahrtsstraße mit Marktständen zugepflastert. In den eh schon engen Straßen parkten diverse Autos. Ein um Hilfe angesprochener Polizist auf einem Moped hatte wenig Lust und Zeit uns eine alternative Zufahrt zu erklären, also ging es auf gut Glück in Richtung Hotel. Nach einiger Zeit hatten wir uns dank Hupe und Erkundung zu Fuß einen Weg ausgekundschaftet, ohne dass ein Stand für uns abgebaut werden musste oder „ausversehen“ umgefahren wurde. 



Der Grenzwechseltag von Bolivien nach Chile war leider ein Tag, dem man lieber streichen will. Die Bolivianer hatten auf Grund des Nationalfeiertages die Grenze für 2 Stunden geschlossen und nach der Öffnung lief alles etwas sehr chaotisch. Nachdem die Ausreiseformalitäten endlich abgeschlossen waren, musste noch das Gepäck und der Wagen zum einen durch die Agrarbehörde wegen mutmaßlicher Einfuhr von Obst etc. gecheckt werden und unabhängig davon vom Zoll, die nach was auch immer suchten. Die zwei Beamten haben sich von ihrer „besten“ Seite gezeigt. Die Bezeichnung, welche wir intern für die beiden A-Löcher verwenden, können wir aus verschiedenen Gründen an dieser Stelle nicht niederschreiben. Ankunft in Iquique war dann leider erst 20.30 Uhr - eine Stunde später hat der Pisco dann endlich seine Wirkung verrichten können. 

Jeder Grenzwechsel in Südamerika macht uns Dankbar, dass wir diesen Mist in Europa nicht mehr haben.

Drei Wochen nach Ankunft der Gruppe, haben wir am Flughafen noch ein Selfie gemacht und alle zurück nach Deutschland bzw. Österreich mit vielen neuen Eindrücken entlassen. 


Unser Weg führt nun von Iquique in den Süden nach Santiago und von da aus zurück in den Norden Chiles bis nach Arica.